sur la planche des belles filles

7 uhr. 2 grad. ich bin froh, daß ich doch noch die beinlinge angezogen habe. ich kämpfe mich durch den basler berufsverkehr und wandere hinüber ins elsass. dort fallen die temperaturen sogar nochmal auf -1 grad ab. daran kann auch die grandiose morgendämmerung nichts ändern…

der tacho scheint eingefroren zu sein. die nächsten 2 stunden wird er weiterhin -1 grad anzeigen. brrr. hilft nichts. ich bin so dick eingemummelt, wie es nur geht. bei ballersdorf zwingt mich erneut eine baustelle, auf dem feldweg weiter zu fahren. es bleibt eisig.

dann endlich gegen 10 uhr zeigt sich die sonne und es wird sprunghaft wärmer. bald darauf nähere ich mich meinem heutigen ziel, den vogesen. genauer: ich möchte hinauf auf die „planche des belles filles“, wo vor kurzem der slowene pogacar bei der 107. austragung der tour de france in einer sagenhaften zeit seinem landsmann roglic noch den sieg weg geschnappt hatte. in plancher-les-mines finde ich erste hinweise auf das radsportspektakel.

wenig später beginnt der eigentliche anstieg. die „grande boucle“ hat ihre spuren auf der straße hinterlassen…



die platte der schönen töchter hat es wirklich in sich. sehr steil müht sich die straße bergan. meist im zweistelligen prozentbereich. und das i-tüpfelchen folgt zum schluß: 20% steigung auf den letzten 200 metern. ich zweifle sehr daran, ob pogacar seine fabelzeit mit rechten mitteln aufstellen konnte. oben angelangt lege ich eine kurze pause ein und lasse meinen blick über die vogesen streifen.



ich bin mutterseelenallein hier oben, was mir ganz recht ist. eine viertelstunde später mache ich mich an die abfahrt. erst hier treffe ich auf 3 weitere rennradfahrer, die recht gequält auf ihren rädern sitzen. bei giromagny fülle ich meine trinkflaschen auf, esse einen döner und trinke heißen café dazu. es wird immer wärmer und so schäle ich mich stück für stück, bis das thermometer 22 grad erreicht hat. von temperaturen unter dem gefrierpunkt bis zu frühlingshafter wärme ist heute alles dabei. bald erreiche ich belfort und bewundere „la citadelle“.

ich quetsche mich durch den großstadtverkehr und bin froh, als ich wieder in ländlichere gebiete gelange. bei fontenelle gable ich zwei französische kollegen auf, die mich alsbald überholen und es sich 100 meter vor mir wieder gemütlich machen. dieses törichte unterfangen kann natürlich nicht lange gut gehen. ich hole sie ein und übernehme das ruder. sichtlich beeindruckt von dieser aufholjagd gesellt sich der ältere der beiden an meine seite. wir plaudern ein wenig und ich stelle ihm meine heutige tour vor. „200 kilomètres! „c`est pas mal!“, entfährt es ihm. wir fachsimpeln kurz über die tour de france und pogacars wundersame kräfte. dann verabschiede ich die beiden in richtung ferrette. auf den letzten 30 kilometern lasse ich diesen herrlichen oktobertag revue passieren und kann nicht in worte fassen, welch freude mir diese tour bereitet hat.

207km. 2511hm.

2 Gedanken zu „sur la planche des belles filles&8220;

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