olivier haralambons „der radrennfahrer und sein schatten“

einiges hatte ich mir von olivier haralambons buch versprochen, dessen titel „der radrennfahrer und sein schatten – eine kleine philosophie des strassenradsports“ recht verheißungsvoll klingt.

2017 in frankreich erschienen und mit zahlreichen rezensionslorbeeren bedacht, liegt es seit april dieses jahres in deutscher übersetzung vor. der schriftsteller und philosoph haralambon versucht darin in essayartiger herangehensweise den radsport in all seinen nur erdenklichen teilaspekten auszuleuchten. und das gelingt ihm bisweilen ganz gut – kann er doch selbst auf seine zehnjährige erfahrung als radrennfahrer zurückgreifen. haralambons geisteswissenschaftliche prägung tritt deutlich zutage und so stolpert man nicht selten über solch schöne und kluge sätze wie diesen hier:

„die intensität des glücks, die einem das radfahren vermittelt, kann nicht als konsequenz erklärt werden, denn der übergang vom zustand des gehens zu dem des fahrens ist eine veränderung des seins.“

dennoch vermisse ich an manchen stellen stringenz. haralambons erzählweise gleicht eher einem mäandernden fluss, was natürlich mitunter dem essayistischen konzept geschuldet ist. wie dem auch sei – etwas mehr geradlinigkeit und dafür etwas weniger prätention hätte diesem buch sicher gut zu gesicht gestanden.

 

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