un gelato al lago – alpenüberquerung 2019

donnerstag, 3.10.19: 170km. 3022hm.

noch einmal in diesem jahr zieht es hannes und mich hinaus in die weite welt. wie gewohnt nehmen wir den 5:47-uhr-brevet-zug nach münchen. von dort geht es weiter nach garmisch-partenkirchen.

ursprünglich wollten wir eine größere runde in den alpen drehen – inklusive so klangvoller namen wie dem timmelsjoch. kälte und eine sinkende schneefallgrenze lassen uns jedoch umdenken. und so führt unsere route in den nächsten drei tagen „geradewegs“ nach süden.
das thermometer zeigt 1 grad an, als wir mit dem ettaler berg die erste anhöhe bezwingen. gleich darauf werden wir auf österreichischer seite mit dem wunderschönen blick auf den plansee belohnt.

über den fernpass (1216m ü.d.m.) gelangen wir nach imst, wo wir eine mittagspause einlegen.

danach wird die sache anstrengender. mit der pillerhöhe (1559m ü.d.m.) erwartet uns ein anstieg der kategorie hc. 840hm auf 16km mit etlichen teils sehr steilen abschnitten im letzten drittel. auch das 2,5kg schwere gepäck an unseren rädern erleichtert das unternehmen nicht unbedingt. irgendwann erreichen wir dennoch den höchsten punkt.

über die norbertshöhe als reizvoller alternative zum reschenpass erreichen wir schließlich nauders, wo wir unser quartier aufschlagen. dankbar nehmen wir die pensionseigene sauna in beschlag, füllen unsere mägen und fallen wenig später in tiefen schlaf.

freitag, 4.10.19: 138km. 2563hm.

am nächsten morgen starten wir nach einem üppigen frühstück in einen eisigen tag.

bei -3 grad rollen wir über die österreichisch-italienische grenze ins vinschgau hinab – ortler und königspitze immer im blick.

links königspitze, rechts ortler.

auf unserem weg lernen wir eine junge triathletin kennen, die heute das stilfser joch (2757m ü.d.m.) unter die räder nehmen möchte. allein bei dem gedanken an die abfahrt beginne ich zu frieren und bin froh, daß wir unsere reise gen süden fortsetzen dürfen.

meran

in lana, gleich hinter meran, stärken wir uns in einer bäckerei. und das ist auch gut so. denn: für die letzten 48km hat uns h. gutmütigerweise rund 2100hm eingeplant. jetzt geht der spaß so richtig los. zuerst mit einem „ritt“ durch einen weinberghang, der so steil und ungeteert ist, daß nur noch schieben dem weiteren vorankommen dienlich ist.

durch mehrere stellenweise viel zu lange tunnel arbeiten wir uns anschließend zum 1781m hoch gelegenen hofmahdjoch hinauf – zugleich der „gipfel“ unseres dreitägigen ausflugs. keine atempause, geschichte wird gemacht, es geht voran! und zwar zum brezer joch (1397m ü.d.m.), das uns mit seiner durchschnittlichen steigung von 8% noch einmal ein leises stöhnen entlockt. der finale anstieg nach fondo, unserem heutigen ziel, ist dagegen schon ein kinderspiel. unter zuhilfenahme meiner mickrigen italienisch-kenntnisse finden wir abends ein kleines ristorante, das uns mit seinen regionalen köstlichkeiten (spinatknödel, polenta u.a.) für unsere heute erlittenen qualen mehr als entschädigt.

samstag, 5.10.19: 156km. 2500hm.

relativ früh sitzen wir wieder auf unseren rädern. erneut geht es in die weinberge. und das kann nur heißen…ABSTEIGEN UND SCHIEBEN! nachdem wir den passo predaia (1250m ü.d.m.) hinter uns gelassen haben, klettern wir bei spormaggiore ein letztes mal über die 1000m-marke. in einer langen abfahrt erreichen wir den molvenosee, der einen prächtigen blick auf das dahinterliegende brenta-gebirge freigibt.

brenta-gebirge

brenta-gebirge und zwei zinnen

ein wunderschöner radweg führt uns anschließend nach sarche hinunter.

in einem unscheinbaren ristorante essen wir hervorragende pizze und setzen danach unseren weg talwärts fort.

kletterparadies arco

ein letzter größerer anstieg führt uns zügig (natürlich lassen wir uns standesgemäß von einem anderen rennradfahrer provozieren) nach tenno hinauf. bei der darauf folgenden abfahrt meine ich jakob fuglsang im astana-trikot zu erkennen und bin kurz versucht, ihm hinterher zu jagen. doch das auf uns wartende eis in riva del garda ist dann doch zu verlockend.


gegen 17.15 uhr treffen wir rechtzeitig in rovereto ein, um mit dem zug die rückreise anzutreten.

in münchen angekommen wähnen wir uns bereits in sicherheit. doch wir haben die rechnung ohne das oktoberfest gemacht.

wir müssen den letzten zug nehmen. es ist das letzte oktoberfestwochenende. und…wir müssen mit den letzten oktoberfestgästen einsteigen. es gelingt uns gerade noch, unsere räder an bord zu hieven. dann beginnt der wahnsinn. es wird gekotzt, gefurzt, gepisst, gegrölt, gepöbelt und…die notbremse gezogen. irgendein sympathischer zeitgenosse hält es für besonders lustig, mit der betätigung ebendieser den zug und seine insassen über eine stunde auf dem gleis versauern zu lassen. wir sind verfroren und todmüde, als wir endlich gegen 2.45 uhr in regensburg ankommen. dennoch sind wir uns einig: ein eis am see wiegt mehr als ein zug voller narren…

464km. 8085hm.

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