sailo`s tour de force de oberpfalz super super large 2018

6.58 uhr. 12 grad. i`m on my way. einmal jährlich begebe ich mich traditionsgemäß auf meine „grande boucle“:

einige unliebsame gedanken begleiten mich, als ich aus der stadt hinaus strample. therapietag am rad. solange in die pedale treten, bis der kopf nur noch damit beschäftigt ist, die körperlichen strapazen in zaum zu halten.
vorherbstlicher, dichter nebel dann an der naab bei nittenau. hier „ruhet noch die welt, noch träumen wald und wiesen“. als ich das flusstal schließlich verlasse, befindet sich mein geist wieder im lot und mir wird von neuem klar, warum ich das hier mache.

erster break wie immer in steinberg am see.

weiter dann über teublitz, burglengenfeld und kallmünz nach beratzhausen, wo ich eine größere mittagspause einzulegen gedenke. ich möchte zur schloß-bäckerei, von der ich schon einiges gelesen habe. kurz irre ich im ort umher, bis mir ein älterer herr den weg weist. das geschäft sieht ziemlich ver“schlossen“ aus. erst bekomme ich die tür nicht richtig auf. dann stehe ich vorm hausherrn und es entspinnt sich folgende unterhaltung (die für nicht-bayern etwas schwer verständlich sein könnte):

hausherr: „a scheens ra`l host do. trainierst du grad für die tour de france? wia weit bistn heid scho gfahrn?“
ich: „ja danke. die tour lass i des jahr aus. aber i bin trotzdem scho a weng länger unterwegs und hätt an hunger.“
bäcker händigt backwaren aus in form von brezenstange, da nichts belegtes verfügbar ist. ich zücke meinen (noch) nicht abhanden gekommenen 50-euro-schein und möchte bezahlen.
ich: „kleana hob i`s ned. des duad ma wirklich leid.“
hausherr: „woaßt wos? des schenk i dia. und damit du mia guad hoam kimmst, back i dia no a semmerl mit ei.“

ich bin sprachlos ob der freundlichkeit des bäckers und bedanke mich aufs herzlichste. erfahre im weiteren verlauf, daß er selbst mal rennradfahrer war. 12 jahre lang. unterwegs auf einem damals wie heute grandiosen peugeotrad. stahlrahmen. selbstredend. dankbar für diese begegnung verabschiede ich mich und lasse mir die brotzeit munden. so guad glei scho.

die schloß-bäckerei in beratzhausen.

nach erfolgter stärkung gehts weiter über laaber nach painten. fast überrolle ich dabei eine ringelnatter, die es sich für ihr sonnenbad auf dem asphalt bequem gemacht hat. kurz überlege ich. dann drehe ich um, steige vom rad, bitte einen lastwagenfahrer anzuhalten und befördere thekla – so zumindest stellt sie sich mir gegenüber vor – mit einem stock von der straße. der lkw-fahrer ist gar nicht sauer. vielleicht blende ich seinen „grant“ aber auch geflissentlich aus. thekla streckt mir noch kurz die zunge raus, scheint aber dennoch heilfroh darüber zu sein, daß diese für uns beide so missliche lage überstanden ist.
hügelauf, hügelab gurke ich nach kelheim. mein thermometer erfasst den heutigen spitzenwert. 33 grad. zeit für ein alkoholfreies weißbier bei der brauerei berghammer in oberndorf. schnell öffnet mir die wirtin den wasserhahn, um meine getränkeflasche nachzufüllen, und stellt mir mein ersehntes bier daneben. mein leicht geröteter kopf scheint bände zu sprechen.

die letzten 30km nach der rast ziehen sich erfahrungsgemäß in die länge und es wird dank etlicher bodenunebenheiten nochmal anstrengend.

dennoch. ein gelungener therapietag auf dem rad.

198km. 1820hm.

2 Gedanken zu „sailo`s tour de force de oberpfalz super super large 2018&8220;

Mit dem Verfassen eines Kommentars stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.