Rumfahren, etwas länger. Oder: Pure Vernunft darf manchmal siegen

Jeder bekommt heute seine Dusche

Was sind schon 600km am Stück in unter 40h?
Vor kurzem eine Woche für die doppelt so lange Strecke benötigt?
Die Maschine aus Österreich für 1026km 24h?

Komplett naiv zuversichtlich, am Tag davor mit Thomas gesprochen und bemerkt, dass ich keinen aktuellen Wetterbericht kenne. Dann halt doch etwas mehr Kleidung mitgenommen.

Wir treffen uns erneut nicht in Treuchtlingen, sondern günstiger vor Ort in Hemau. Gondeln durch meine Homebase. Der Blick Richtung Westen ist trüb, es steht uns was bevor. An der ersten „Kontrolle“ braucht Thomas Ersatz für die verlorene FFP2-Dingens. Ab da variiere ich die Strecke eigenmächtig, um eine Clustererweiterung Richtung Süden zu bekommen.

Thomas hat frische Mäntel aufgezogen und trotzdem gilt es in Waldkraiburg den ersten Defekt fachmännisch, souverän zu beheben.

Wir rollen über die Hügel zum Chiemsee. Dort wird der Himmel schon dunkelgrau. Bis Bad Tölz schwindeln wir uns noch durch. Aber dort ist kein Entkommen mehr. Das angesagte Unwetter, in Form von Regen und Wind, nimmt uns in die Zange.

100% Optimismus

Wir finden uns in einem asiatischen, globalen Imbiss wieder, in dem wir auf der nässeunempfindlichen Außenbestuhlung statt auf den Kunstlederinnenstühlen Platz nehmen dürfen. Unser analytischer Dialog führt während der notwendigen Nahrungsaufnahme zum Ergebnis, dass wir die Weiterfahrt nach Landsberg unter weiterhin unwägbaren Schwierigkeiten schweren Herzens sein lassen werden. Die 400m zum Bahnhof lassen uns zittern. Dort ziehen wir trockene, warme Kleidung an. Thomas holt noch ein sedatives Sixpack für die lange, aber zuguterletzt in ein warmes Bett führende Zugfahrt. Für einen kurzen Moment (des Irrsinns) denken wir an die morgige Teilnahme am Arber-RTF, lassen dies aber sein und warten stattdessen die Regenlücke ab, um locker nach Hemau zu gleiten und uns dort, für die nächsten Abenteuer verabredend, voneinander zu verabschieden.

fotos & text: hannes klessinger

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