oh du schöner bayerwald! (version 2020)

mittwoch, 9.9.2020

die möglichkeiten, einen ganzen tag auf dem rad zu verbringen, sind rar geworden. heute jedoch bietet sich die gelegenheit und das weiß ich sehr zu schätzen. zusammen mit hannes mache ich mich auf zur traditionellen bayerwald-rundfahrt. der altweibersommer beschert uns ein prächtiges hoch und schickt uns an einem wolkenlosen, sonnenverwöhnten tag nach deggendorf. dort angekommen befreien wir unsere räder aus dem auto und starten los. eher „radsteigen“ als „radwandern“ ist angesagt, da auf den nächsten 160 kilometern rund 3800 höhenmeter warten. die erste anstiegswelle führt uns hinauf nach habischried, unterhalb des geißkopfs (1097m ü.d.m.).

auf dem weg nach habischried.

hier treffen wir auf eine rennradfahrerin. „de bayerwaldbugl wern aa ned flacher!“, keucht sie uns entgegen. kurz plaudern wir und erläutern ihr unser heutiges ziel. „na, da habts ja no so einiges vor!“, erwidert sie und verabschiedet sich mit leicht irritiertem blick. über bischofsmais klettern wir weiter nach kirchdorf im wald. für ein paar minuten verliere ich hannes aus den augen, der sich mal wieder ein paar „sonderwege“ herausgesucht hat.

kirchdorf im wald.

über spiegelau erreichen wir waldhäuser, wo wir uns um die mittagszeit entsprechend stärken.

bald darauf gelangen wir bei 1119m ü.d.m. an den höchsten punkt unserer tour – direkt unterhalb des lusen (1373m ü.d.m.). wir befinden uns nun mitten im „nationalpark bayerischer wald“, der in diesem jahr sein 50. jubiläum feiert.

lusen

auf der anschließenden abfahrt richtet sich unser blick immer wieder auf den großen rachel (1453m ü.d.m.), der nach dem großen arber der höchste berg im bayerischen wald ist.

großer rachel

da die temperaturen auf 24 grad steigen und wir im ländlich geprägten niederbayern unterwegs sind, sehen wir uns die ganze zeit nach alternativen wasserquellen um. in oberkreuzberg werden wir auf einem friedhof fündig. vergelt´s gott!

wir hatten nach 35km die ersten 1000hm im gepäck, nach 70km die 2000hm und erreichen schließlich bei 125km die 3000hm-marke. langsam werden die beine etwas schwerer. doch der längste anstieg steht uns noch bevor: der ruselabsatz auf 855m ü.d.m. – das „timmelsjoch“ unserer heutigen runde, wenn man so will. knapp 500hm am stück wollen hier bezwungen werden. hannes eilt voraus, ich kurble gemächlich hinterher – stets die rücksichtslosen autofahrer im blick, die ohne den geringsten abstand an mir vorbeirauschen. ich überlebe und wir begeben uns wieder gemeinsam in die lange abfahrt hinunter nach deggendorf.

wieder zurück am ausgangspunkt unserer heutigen reise verstauen wir unsere räder und folgen einem tipp von hannes` freund willi, der uns ein abendessen im gasthaus „zur knödelwerferin“ empfiehlt.

gegen 20 uhr fahren wir zurück nach regensburg, hinein in einen wundervollen abendrot-getränkten himmel – dankbar für diesen herrlichen tag und diese wohltuende auszeit…

162km. 3815hm.

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