nachtrag II: hitzeschock bei der drei-länder-tour

24.7.2019 – noch immer weile ich in der schweiz. wir sind zurück in basel und so leihe ich mir bei „gundeli velos“ ein weiteres mal das weiße bmc aus, das sich wirklich vorzüglich fahren lässt. mir bleibt nicht viel zeit bis ladenschluss. also mache ich mich schnell auf den weg ins deutsche nachbarland. über weil am rhein und wittlingen gelange ich nach kandern, wo der anstieg zum „hochblauen“ beginnt. auf 18 kilometern stehen immerhin 820 höhenmeter an. es ist heiß. aber noch bewegen sich die temperaturen im erträglichen bereich. etwas anstrengender wird der letzte teil, der in form einer stichstraße zum gipfel hinauf führt.

von hier oben hat man eine herrliche aussicht, die den vergleich mit anderen größen des schwarzwalds nicht zu scheuen braucht.

im restaurant fülle ich meine trinkflaschen mit leitungswasser auf. dann setze ich meine reise fort. auf 1165m höhe herrschen bereits 34 grad! und weiter unten im backofen des dreiländerecks schweiz-deutschland-frankreich wird es nicht wesentlich besser aussehen. rasant erfolgt die abfahrt auf der schlecht asphaltierten straße nach lipburg. eine unmögliche baustelle nahe niederweiler beschert mir einen beschissenen umweg von 4km und 170hm. in müllheim komme ich an einer ampel neben einer tankstelle zum stehen. ich begehe den folgenschweren fehler, hier nicht für flüssigkeitsnachschub zu sorgen. in der sonne zeigt mein tacho klimawandelbedingte 42 (!!!) grad an. immer mehr gehen meine trinkwasservorräte zur neige, als ich mich jenseits des rheins durch kleine französische orte bewege. irgendwo entdecke ich einen radler, der sich ächzend im schatten einer häuserwand ausstreckt. „il fait très chaud aujourd`hui“, rufe ich ihm zu. „trop“ ist das einzige, was er noch zu entgegnen weiß. immer öfter mache ich halt unter großen bäumen am straßenrand. riesige ozonmengen machen sich in meinen lungen breit. als ich mich zu erleichtern versuche, will meinem körper kaum noch etwas flüssigkeit entweichen. die letzten 20km scheinen plötzlich unüberwindbar. mit müdem tritt schleppe ich mich nach saint-louis, dem letzten ort vor der grenze auf dem weg zurück nach basel. hier erspähe ich eine geöffnete tankstelle, die mir mit einem halben liter kalter cola das leben rettet. ein schweizer grenzpolizist möchte noch meinen ausweis sehen. dann wabere ich zurück zum veloladen – froh darüber, daß die „tortour“ endlich vorbei ist. müßte ich nicht trainieren, ich wäre heute sicherlich nicht aufs rad gestiegen. simone holt mich auf halber strecke mit dem auto ab – zu heiß das trottoir, um barfuss darauf laufen zu können…

105km. 1220hm.

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