hopp schwiiz! teil VI: sur le ballon d`alsace

14.7.2020: Basel

um 6.15 uhr begebe ich mich mit max in die vogesen. für heute habe ich mir den ballon d`alsace vorgenommen, der letztes jahr mal wieder im streckenplan der tour de france enthalten war. alles ist ruhig. der tag noch im erwachen…

bei folgensbourg zwingt mich ein straßenarbeiter aufgrund einer baustelle zu einem etwas holprigen umweg…

nachdem ich diesen unbeschadet überstanden habe, wandere ich weiter mit kurs auf die vogesen, diesem mittelgebirgsparadies für rennradfahrer. auch heute merke ich wieder, daß ich in frankreich unterwegs bin. mit großzügigem abstand werde ich von den autofahrern überholt, im kreisel gewährt mir ein lkw-fahrer den vortritt, auf einem veloweg räumt ein fußgänger extra für mich steine aus dem weg und allerorts werde ich von passanten gegrüßt.
ab grosmagny beginnt die strecke allmählich zu steigen, bevor dann in lepuix der eigentliche anstieg auf den spuren der „tour“ von 2019 erfolgt. auf knapp 15km gilt es 671hm bei einer durchschnittlichen steigung von 5,1% zu bewältigen. in ingesamt vier kehren verläuft der weg recht angenehm im schatten des waldes. irgendwann versucht ein französischer kollege an mir vorbeizuziehen und pflanzt sich 20 meter weiter auf den asphalt. ein paar minuten später muß ich ihn bereits wieder überholen, da der gute mann nicht vom fleck zu kommen scheint. nach der nächsten serpentine ist er aus meinem blickfeld verschwunden. auf 1000m ü.d.m. flacht die straße zunehmends ab, sodaß ich meinen mittlerweile 77kg schweren leib noch einmal etwas schneller den berg hinauf jage. oben versammeln sich etliche rennfahrer und genießen den ausblick auf 1173m ü.d.m.


sportlicher relikt der tour de france 2019.

kurz verweile ich. dann mache ich mich an die abfahrt über sewen, die auch einiges zu bieten hat…


es ist 11 uhr und die temperaturen steigen auf 34 grad. ich begehe den fehler und lasse einige möglichkeiten, meine trinkflaschen aufzufüllen an mir vorbeiziehen. als ich nur noch 2 schluck zu trinken übrig habe, entdecke ich schließlich ein winziges café in einem noch winzigeren ort, das geöffnet hat. schnell trinke ich einen café und bitte die betreiberin, mir etwas wasser einzufüllen. „il fait très chaud aujourd`hui!“ versuche ich eine konversation mit meinem einzigen tischnachbarn zu beginnen. doch mehr als ein „hm“ ernte ich nicht. ich fahre weiter und wundere mich, daß die straßen heute so leer gefegt sind. plötzlich dämmert es mir. „le quatorze juillet“. heute ist der französische nationalfeiertag.

während ich ein letztes foto mache, spricht mich ein älterer herr an. er habe einen fahrradcomputer gefunden, den er auf der mauer gegenüber für den besitzer verwahrt habe. die fahrradfreundlichkeit dieses landes erstaunt mich immer wieder.
gegen 14 uhr treffe ich in basel ein. meine trinkvorräte sind aufgebraucht. meine velotouren für die schwiiz fürs erste auch. uf wiederluege mitenand!

174km. 1860hm.

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