hopp schwiiz! teil II: von rothenburg über den grimselpass nach ulrichen

27.6.2020: rothenburg

ich bin bereits um 6 uhr wieder auf den beinen. doch das wetter bremst mich aus. es regnet. während ich mit reto am frühstückstisch sitze und mein gipfeli in mich hinein mümmle, gehe ich in gedanken noch einmal den heutigen streckenabschnitt durch. zwei pässe warten auf mich: der brünig – und als königsdisziplin der grimsel! leo, der kater, beobachtet mich mit stoischer miene, als ich mich schließlich fertig mache und losfahre. reto meint, wenn ich erst den pilatus umfahren hätte, könnte sich das wetter beruhigen. und er behält recht.

der pilatus bei luzern.

veloweg am vierwaldstättersee.

am schönen vierwaldstättersee vorbei schlängelt sich mein weg zum ersten größeren anstieg – dem brünigpass. recht steil ist der erste teil, der erst am lungerersee wieder etwas abflacht. im zweiten abschnitt gerate ich dann sprichwörtlich unter die räder. an den wochenenden herrscht ein regelrechter krieg auf den pässen. auto-, töff- und velofahrer kämpfen jeweils um ihren platz. ich bin froh, als ich schließlich die passhöhe auf 1008m ü.d.m. erreiche. nach einer kurzen pause gondle ich hinunter nach meiringen, wo ich meine trinkvorräte auffülle. ab hier beginnt die höhenmeterreichste auffahrt, die ich seit dem mont ventoux unter die räder genommen habe.


mittlerweile ist es 11 uhr und es wird heiß. bei 34 grad kleben meine reifen förmlich auf dem asphalt. unermüdlich arbeite ich mich hoch, lasse harley-davidson-, porsche- und oldtimer-clubs passieren und stoße irgendwann auf eine vierköpfige schwiizer rennvelogruppe. zwar sind sie bei weitem fitter als ich. dennoch legen sie nach dem ersten drittel eine rast ein. ich hingegen möchte den pass ohne unterbrechung bewältigen und ziehe wieder an ihnen vorbei. auch nach dem zweiten drittel benötigen meine schwiizer kollegen eine kurze pause. ich fahre weiter. nach 1200hm am stück wird die sache richtig anstrengend. ich werde immer langsamer. zu allem übel gesellt sich auch noch gegenwind dazu. alles reine kopfsache. passend zu den letzten serpentinen setzt starkregen ein, der mich klatschnass bei 9 grad auf der passhöhe (2165m ü.d.m.) ankommen läßt.

recht durchgefroren wanke ich ins restaurant, wo ich mir ein schnitzel, eine cola und einen café bestelle. 40 schweizer franken muß ich dafür berappen, was mir ein wenig die sprache verschlägt. im gespräch mit anderen schweizer gästen finde ich sie aber bald wieder. die stimmung ist ausgelassen und recht locker. man könnte meinen, corona hätte hier nie stattgefunden. eine halbe stunde später mache ich mich im eisigen regen an die abfahrt. komfortabler hätte ich mir es nicht wünschen können. es gelingt mir, ohne sturz nach gletsch abzusteigen und von hier weiter nach ulrichen im wallis zu radeln, wo ich wieder auf meine familie treffen werde.

114km. 2500hm.

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