…für die seele

gegen 9 uhr komme ich aus dem dienst nachhause und schleudere meinen rucksack in die ecke. ein café und ein paar songs von john mayer. dann werfe ich mir meine fahrradklamotten über und setze mich in den immer noch vorhandenen, geliebten vw-bus. eine dreiviertelstunde später steige ich in deggendorf wieder aus und bereite max sorgsam auf unser heutiges vorhaben vor. wir wollen ein weiteres mal den bayerwald erkunden – teils auf streckenabschnitten, die ich letztes jahr schon mit h. unter die räder genommen hatte. da dieser allerdings nach wie vor sein unwesen in kroatien treibt, breche ich alleine auf – was mir allerdings auch ganz recht ist.

es ist ein herrlicher septembertag, wie er besser kaum sein könnte. über lalling und schönberg erreiche ich grafenau, wo mir herr edeka zwei wurstsemmeln und ein snickers feilbietet. während ich auf einer bank die erste semmel in mich hineinmümmle, scheint mir die sonne ins gesicht. „recht vui scheena kannts in dem moment grad ned sei“, denke ich mir. ich setze meine fahrt fort und gelange in den nationalpark.


natürlich führt mein weg auch am lusen (1373m ü.d.m.) und am großen rachel (1453m ü.d.m.) vorbei.

lusen
großer rachel

ein weiteres mal pausiere ich neben einer kleinen kapelle und einigen für den bayerischen wald typischen totenbrettern, die oftmals einen weisen spruch beinhalten.


da es im bayerischen wald traditionell schwierig ist, sich zu verpflegen, bitte ich eine frau am straßenrand, mir meine flasche mit leitungswasser aufzufüllen. sie bringt mir diese randvoll mit kaltem nass gefüllt zurück. was für eine wohltat! vergelt`s gott! aus weiter ferne erblicke ich dann später noch den „könig des bayerischen waldes“, den großen arber (1456m ü.d.m.)

der unangenehmste teil meiner heutigen reise steht mir noch bevor – die viel befahrene staatsstraße hinauf zum ruselabsatz, den ich allerdings halbwegs unbeschadet erreiche.


dann folgt die lang gezogene abfahrt hinunter nach deggendorf, die mir freilich große freude bereitet. dort angelangt ziehe ich mich um und schlendere zur „knödelwerferin“, die h. und ich bereits letztes jahr aufgesucht hatten. nur durch glück ergattere ich einen sitzplatz im freien – seit der pandemie ist es völlig unmöglich, ohne reservierung einen treffer an der frischen luft zu landen. ich lasse mir ein sauberes „surbratl“ munden…

während ich so vor mich dahinesse und diesen wundervollen tag revue passieren lasse, zitiere ich in gedanken fiona kolbinger: „rennradfahren ist für mich ein quell tiefer freude“ – besser hätte ich es nicht sagen können. dem surbratl folgt noch ein eis und ich flaniere ein wenig auf dem deggendorfer stadtplatz herum…

schließlich bequeme ich mich zu max und dem vw-bus zurück. ich fahre auf die autobahn und wandere der untergehenden abendsonne entgegen. wandas „bologna“ läuft und ich wünsche meiner tochter in gedanken eine gute nacht.

117km. 2623hm.

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