die schlacht am großen arber

lange ist es her, daß an dieser stelle etwas geschrieben wurde. nun, es gab auch nichts, was der erwähnung wert gewesen wäre. bis auf…gestern.

gegen vormittag treffe ich mich mit hannes und adam am regensburger dultplatz.

bauch einziehen.

da die brevet-saison wie alle anderen großveranstaltungen corona-bedingt ins wasser fällt, haben wir einen privaten brevet vereinbart. hannes hat die strecke des arber radmarathons etwas modifiziert, um verkehrsreiche orte wie cham umfahren zu können. in meinem trainingskalender stehen magere 2700 gefahrene kilometer. hannes hat das dreifache, adam gar das fünffache zu buche stehen. na, das kann ja heiter werden…

wir starten los. adam scheint nach seiner 390km langen anreise von göppingen über augsburg nach regensburg noch recht fit zu sein. kurzzeitig schließt sich uns ein anderer fahrer an, der uns aber bei falkenstein schon wieder verlässt. über chamerau gelangen wir nach bad kötzting, wo wir eine erste rast einlegen.

diese beiden weltklasse-athleten sind zu allem entschlossen.

hinter arrach beginnt dann der erste 500hm lange anstieg nach lohberghütte (1060m ü.d.m.). während ich bei mittlerweile 28 grad immer langsamer werde, erhöhen meine beiden mitstreiter ihre trittfrequenz und sind bald schon meinem blickfeld entschwunden. mein dürftiges trainingspolster macht sich zunehmends bemerkbar und so schleiche ich stück für stück den berg hinauf. oben angekommen muß ich mir die frage gefallen lassen, ob mich denn nicht auf den letzten metern noch ein paar mountainbiker überholt hätten. für den spott brauche ich heute nicht zu sorgen. nach einer minute pause geht es weiter. das los des langsameren. es folgt eine gemächliche abfahrt hinunter nach bayerisch eisenstein, die gleich darauf in den nächsten 500hm-anstieg mündet. meine beine fühlen sich schwer an. der kopf übernimmt – und trägt mich hoch auf 1120m ü.d.m. zum bretterschachten.


die zwei höchsten erhebungen auf dieser strecke sind gemeistert. trotzdem liegt noch einiges vor uns. in einer rasanten abfahrt rauschen wir hinunter nach bodenmais…und adam und ich bei 84km/h an der ausfahrt vorbei. h. ist richtig abgebogen und vom erdboden verschwunden. ich bemühe mein telefon. h.`s apparat hingegen gibt keinen mucks von sich. eine viertelstunde später bin ich aber doch erfolgreich und erfahre, daß h. wie im fieber weitergeradelt und uns knapp 10km voraus ist. bei drachselsried sammeln wir den kleinen racker wieder ein und wandern weiter hügelauf hügelab durch den wunderschönen bayerwald.

nach 170km haben wir die 3000hm-marke und das thermometer 30 grad erreicht. es ist spät geworden. wir verabschieden uns von adam, der nach roding abzweigt, um dort zu übernachten. in ascha angekommen setzen wir uns auf unsere geliebte holzbank vor der aral-tankstelle, die jetzt eine shell-tankstelle ist, und gönnen uns ein radler.

ich möchte lieber nicht (mehr) erkannt werden.

eine baustelle auf dem weg nach falkenfels zwingt uns zu einem kleineren umweg und so erreichen wir sichtlich erschöpft gegen 21 uhr die regensburger stadtgrenze. die schlacht ist geschlagen.

251km. 3460hm.

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