Are you guys from the cannondale team?

Tag drei – die Königsetappe steht an. Wir stehen mal etwas früher auf und nach kurzem Frühstück geht es mit dem Bus in das etwa 60 Kilometer entfernte Besalú, unserem Startpunkt.

Die Etappe führt uns heute in einem Rundkurs vorbei an der Vulkanlandschaft der Garrotxa, über Olot bis zum Fuss des Rocacorba (Rabenfels) – und natürlich hinauf – und wieder zurück nach Besalú.

Nach kurzem einrollen geht es schon den ersten kleinen Anstieg hinauf, leider der Falsche, wie sich nach kurzer Zeit herausstellt und wir müssen umkehren, leider nicht der einzige Umweg, den wir am Beginn unserer Tour in Kauf nehmen müssen. Aber die Zusatzkilometer schaden ja auch nicht und geben uns die Gelegenheit Land und Leute vor Ort näher kennen zu lernen.

Auf der geplanten Route angekommen geht es mit gutem Tempo Richtung Olot, kleinere Anstiege lassen uns erstaunlich schnell auf der kurzen Strecke fast 700hm ansammeln – es läuft gut. Wir passieren dir ersten Vulkane und folgen dem welligen Profil über Santa Pau Richtung Mieres, unserer „Verpflegungsstation“. Und die ist dringend nötig! Der sinkenden Zuckerspiegel macht sich bei Sailo und Jochen bereits bemerkbar, wodurch wir bei einer eigentlich fantastischen Abfahrt nach Mieres etwas auseinandergerissen werden.

Die Pegel sind zum Glück schnell wieder im Lot und es kann zum Fuss des Rocacorba weitergehen. Bei der Brücke (hier starten die Zeitmessungen) zieht Sailo los – er will es natürlich wissen, Jochen geht es ruhig an, und Philip, Michael und ich fahren unser eigenes Tempo. Es fällt schwer bei der sich ständig wechselnden Steigung einen richtigen Rhythmus zu finden. Der gesamte Anstieg hat es in sich und lässt kaum Gelegenheit die Beine mal locker laufen zu lassen. Eigentlich hat er im Schnitt nur 6,5%, allerdings gibt es zwei flache, teilweise sogar abschüssige Passagen. Bei der ersten sind wir noch zu dritt unterwegs. Philip und Mike starten überraschend gemeinsam einen Sprint. Ich muss (unvernünftigerweise) aufschliessen, was Körner kostet und an der darauffolgenden Rampe fehlt mir dann die Kraft dranzubleiben. Michael zieht das Tempo gleich nochmal an und schüttelt Philip ab, in Sichtentfernung versprenkt ist nun jeder auf sich gestellt. Gut so, denn der Druck steigt und so beissen wir uns nach und nach zum Gipfel empor, wo Sailo uns in Empfang nimmt. Kurz darauf kommt Jochen um die letzte Kehre, Respekt, wir können zufrieden sein mit dem Saisonauftakt.

Nach einer langezogenen Abfahrt mit knapp 70kmh über Banyoles geht es zurück Richtung Besalú. 105km mit 2000hm.

Wir räumen gerade die Räder in den Bus und wollen noch einen kleinen Abstecher in die Altstadt von Besalú machen, als ein Radsportbegeisterter Brite auf uns zukommt „Heye guys, are you from the cannondale team?“ Wir sehen nicht annähernd so aus, wohl aber als hätten wir was geleistet – geht natürlich trotzdem runter wie Butter.

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